Christliches Manifest
Christliches Manifest

Einführung und Zielsetzung

Die Schaffung einer Bekenntnisgrundlage zur Organisation einer Bekennenden Kirche kann ermöglicht werden durch das Zusammenwirken der beiden großen Konfessionen, der katholischen und der zwei evangelischen Konfessionen, der lutherischen und reformierten und  der evangelischen Freikirchen, die auch in der Deutschen Evangelischen Allianz einen Zusammenschluss bilden, unter Einschluss der in der Ökumene zusammengefassten Kirchen, wozu auch die griechisch-orthodoxe Kirche gehört, aus der die russische-orthodoxe Kirche hervorgegangen ist, die dritte große christliche Konfession unter den christlichen Kirchen, die in Russland eine dominierende Stellung einnimmt und die größte der orthodoxen Kirchen bildet. Zu den weiteren großen Volkskirchen wird die anglikanische Kirche gerechnet mit der britischen Monarchie als Oberhaupt. Der amerikanische Protestantismus hat in den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts besondere Aufmerksamkeit auf sich gezogen durch die Verkündigung des Evangeliums durch Billy Graham, die ganze Sportstadien füllte, bis diese Erfolgsgeschichte zum Erliegen kam, weil die amerikanische Politik die Erfolge dieser Evangelisationen, politisch zu nutzen versuchte, aber die Botschaft des Evangeliums ist keine politische Botschaft, sie ist nicht auf die materiellen Reiche dieser Welt gerichtet. Die Verkündigung Billy Grahams war das größte Ereignis im evangelisch-protestantischen Raum seit der Reformation Martin Luthers.

1950 waren in Deutschland 95% der Bevölkerung Mitglied einer der beiden großen christlichen Kirchen und Konfessionen, heute ist dieser Anteil auf unter 60% gesunken, Tendenz weiter fallend. Angesichts dieser Entwicklung erweist es sich als unerlässlich, die Begründung und Aufrichtung einer in einem christlichen Bekenntnis zusammengefassten Organisation, in der sich Christen, jeder an seinem Platz in Kirchen, Orden oder Freien Gemeinden, einbringen können. Es ist jedem Menschen freigestellt, sich seine geistliche Heimat zu suchen und seine entsprechende Aufgabe zu finden.

Vorbilder sind die „Barmer Erklärung“ vom Mai 1934 auf evangelischer Seite und die Enzyklika von Papst Pius XI. „Mit brennender Sorge“, veröffentlicht 1937, auf katholischer Seite. In beiden wird dem politischen und geistigen Machtanspruch der NS-Ideologie entgegengetreten, was nicht ohne Risiko geschehen konnte.

Zunächst einige Auszüge aus der „Barmer Erklärung“:

Aus der Erklärung der Reichsbekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche in Barmen im Mai 1934.

Der folgende Text ist der Beschluss der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche, (DEK) die vom 29. Bis 31. Mai 1934 in der reformierten Kirche von Barmen – Gemarke tagte. Die Erklärung wurde veranlasst durch die zunehmenden Versuche des nationalsozialistischen Staates, auf das kirchliche Leben einzuwirken; sie wurde Grundlage der Bekennenden Kirche (BK) im evangelischen Raum:

Wir bekennen uns angesichts der die Kirche verwüstenden und damit auch die Einheit der Deutschen Evangelischen Kirche sprengenden Irrtümer der „Deutschen Christen“ und der gegenwärtigen Reichskirchenregierung zu folgenden evangelischen Wahrheiten:

1. „Ich (Jesus Christus) bin der Weg die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh. 14, 6).

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„Amen, amen, das sage ich (Jesus Christus) euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür, wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden“ (Joh. 10, 1 und 9)

 

1. Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes,   das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu gehorchen und zu vertrauen haben. Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.

 

2. „Jesus Christus, den Gott für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung“ (1. Kor. 1, 30).

Wie Jesus Christus Gottes Zuspruch der Vergebung aller unserer Sünden ist, so und mit gleichem Ernst ist er auch Gottes kräftiger Anspruch auf unser ganzes Leben; durch ihn widerfährt uns frohe Befreiung aus den gottlosen Bindungen dieser Welt zu freiem, dankbarem Dienst an seinen Geschöpfen.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als gebe es Bereiche unseres Lebens, in denen wir nicht Jesus Christus, sondern anderen Herren zu Eigen wären, in denen wir nicht der Rechtfertigung und der Heiligung durch ihn bedürfen.

 

4. „Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein“ (Mt. 20, 25 – 26). Die verschiedenen Ämter in der Kirche begründen keine Herrschaft der einen über die anderen, sondern die Ausübung des der Gemeinde anvertrauten und befohlenen Dienstes.

Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und dürfe sich die Kirche abseits von diesem Dienst besondere, mit Herrschaftsbefugnissen ausgestattete Führer geben oder geben lassen.

 

Die Formulierung dieser Bekenntnisschrift geht weitgehend auf den reformierten Theologen Karl Barth zurück.

Aus der Enzyklika „Mit brennender Sorge“ Papst Pius‘ XI. , 1937

Pius XI. (1922-1939) bezog in einem Rundschreiben, das in fast allen katholischen Kirchen Deutschlands verlesen wurde, erstmals öffentliche Stellung gegen den Nationalsozialismus:

Ein besonders inniger Gruß ergeht an die katholischen Eltern. Ihre gottgegebenen Erzieherrechte und Erzieherpflichten stehen gerade im gegenwärtigen Augenblick im Mittelpunkt eines Kampfes, wie er schicksalsvoller kaum gedacht werden kann. Die Kirche Christi kann nicht erst anfangen, zu trauern und zu klagen, wenn die Altäre verwüstet werden, wenn sakrilegische Hände die Gotteshäuser in Rauch und Flammen aufgehen lassen. Wenn man versucht, den Tabernakel der durch die Taufe geweihten Kinderseele durch eine christusfeindliche Erziehung zu entweihen, wenn aus diesem lebendigen Tempel Gottes die ewige Lampe des Christusglaubens herausgerissen und an ihrer statt das Irrlicht eines Ersatzglaubens gesetzt werden soll, der mit dem Glauben des Kreuzes nichts mehr zu tun hat – dann ist die geistige Tempelschändung nahe, dann wird es für jeden bekennenden Christen Pflicht, seine Verantwortung von der der Gegenseite klar zu scheiden, sein Gewissen von jeder schuldhaften Mitwirkung an solchem Verhältnis und Verderbnis frei zu halten.

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Und je mehr die Gegner sich bemühen, ihre dunklen Ansichten abzustreiten und zu beschönigen, umso mehr ist wachsames Misstrauen am Platze und misstrauische, durch bittere Erfahrung aufgerüttelte Wachsamkeit.

Die Enzyklika enthält eine prophetische Vorausschau. Im darauffolgenden Jahr, im November 1938 gingen tatsächlich Gotteshäuser in Rauch und Flammen auf.

Die gesamte internationale Staatengemeinschaft hat geschwiegen, trotzdem sind gegen die katholische Kirche sehr einseitig Anklagen und Vorwürfe erhoben worden.

Das gilt besonders für Seine Heiligkeit Papst Pius XII. Er habe geschwiegen, wird oft bis in die unmittelbare Gegenwart, hervorgehoben. Verschwiegen wird ein ganz anderer Gesichtspunkt: Er hat in einem Zeitraum von vier Monaten in geheimen Verhandlungen zwischen Deutschlands Kriegsgegnern und der deutschen Widerstandsbewegung versucht zu vermitteln mit dem Ziel, dem deutschen Widerstand gegen Hitler Rückhalt von außen zu verschaffen.

Die Bemühungen sind gescheitert, weil die späteren Siegermächte gegen Deutschland von Anbeginn nie ein Interesse daran hatten, dem Widerstand in Deutschland gegen die NS-Herrschaft eine Basis zu verschaffen, so dass Sir Winston Churchill nach dem Zweiten Weltkrieg sagen konnte, der deutsche Widerstand habe von internationaler Ebene aus keinerlei Unterstützung erfahren, er sei immer auf sich allein gestellt gewesen.

Aus dem Hirtenwort der deutschen Bischöfe zur Lage der katholischen Kirche in Deutschland, 1942:

Der katholischen Kirche gab die Reichsregierung im Konkordat 1933 die Zusicherung staatlichen Schutzes zur freien Entfaltung ihres Lebens. Tatsächlich aber wurden diese Zusicherungen nicht gehalten…Die öffentliche Ausübung der katholischen Religion ist durch zahlreiche Verbote eingeschränkt. Es ist, als wenn das Zeichen Christi, das im Jahre 312 aus den Katakomben glorreich an die Öffentlichkeit treten durfte, in die Katakomben wieder zurückgedrängt werden solle…Ein Bischof hat aber nicht nur für die religiösen kirchlichen Rechte in der Volksgemeinschaft einzutreten, sondern auch für die von Gott verliehenen Menschenrechte. Ohne Achtung für diese Menschenrechte muss die ganze Kultur zusammenbrechen.

Christliche Bekenntnisgrundlagen für die Gegenwart

Die politische Situation zur Zeit der NS-Herrschaft kann für Christen nicht einfach auf die Gegenwart übertragen werden, es herrschen hier grundlegend andere Voraussetzungen, wir leben in einem demokratischen Verfassungsstaat, der für das christliche Bekenntnis eine Gefahr in sich birgt: Die Begriffe „Demokratie“ und „Toleranz“ werden dazu genutzt, um das Bekenntnis zu Jesus Christus zu verwässern und zu verstümmeln. Die Zehn Gebote gelten als ethische Grundlage des jüdischen und christlichen Glaubens, diese Gebote stehen in keinem Widerspruch zum deutschen Grundgesetz oder anderer demokratischer Verfassungen. Dennoch wird aus der Politik heraus oft der Versuch unternommen, christliche Kirchen und Gemeinden zu bewegen, Abstriche zu machen von einem eindeutigen Bekenntnis zu ethischen und dogmatischen Grundlagen des christlichen Glaubens. Eine christliche Bekennende Kirche darf und soll auch kein Feindbild gegen den Islam oder andere Religionen aufbauen. Die moslemische Seite - gewaltbereite moslemische Organisationen sind hier ausgeschlossen - vertritt ethische christliche Werte oft besser, als sie vielfach von den Christen selbst ausgeübt

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werden. Andererseits muss in einem christlichen Bekenntnis jeder Synkretismus ausgeschlossen sein. Keine Religion sollte die andere zwingen vom Bekenntnis abzuweichen; dazu dient auch der demokratische Verfassungsstaat, damit Religionen, Weltanschauungen und politische Überzeugungen sich ohne Gewaltanwendung begegnen und austauschen können. Es geht nicht darum mit einem Bekenntnis Grenzen zu setzen, es müssen aber ebenso Standards gesetzt werden, da sonst alles in Beliebigkeit endet. Verletzung dieser Standards kann nur durch die im Evangelium von Jesus Christus verheißene Gnade und Barmherzigkeit ausgeräumt werden, zu der jedes menschliche Individuum Gewissheit anstreben  sollte, da sonst ein auf Jesus Christus ausgerichtetes Leben nicht verwirklicht werden kann.

 

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