Christliches Manifest
Christliches Manifest

 

Artikel 4. Verschiedene christliche Konfessionen und Denominationen.

Die bisher formulierten Bekenntnisgrundlagen schließen ein breites Spektrum christlicher Konfessionen und Freier Gemeinden ein. Immer hat es Absetzbewegungen gegeben, sich von der Masse der Volkskirchen und großen Konfessionen zu lösen. Im Bereich der katholischen Kirche geschah dies durch Ordensgründungen, im evangelischen Bereich durch die Gründungen von Freikirchen und charismatischen Gemeinden, die in Deutschland in der Deutschen Evangelischen Allianz einen losen Zusammenschluss bilden. Besonders augenfällig ist das im angelsächsischen Raum. Dazu gehört die Gründung der Methodistenkirche durch Jan Wesley (1703 – 1791), Vorbild für viele evangelikale Ausrichtungen im Bereich innerhalb und außerhalb der anglikanischen Kirche. In Preußen hatte der Pietismus Ausbreitung gefunden, wofür der Name Nikolaus Graf Zinzendorf steht.

Die Puritaner, die sich in Gegensatz zur anglikanischen Staatskirche gesetzt hatten und in die Neue Welt entflohen, um in Freiheit ihre Glaubensrichtung zu verwirklichen. Die „Mayflower“, die 1620 mit den „Pilgervätern“ so nach Amerika gelangte, bildet ein Identität stiftendes Merkmal in der amerikanischen Geschichte, insbesondere des amerikanischen Protestantismus. Die Bezeichnung WAPS (White Anglosaxon Protestant Sociaty) ist dafür kennzeichnend. Die Puritaner erfochten am Ende der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts unter Führung von Oliver Cromwell (1649 – 1658) den Sieg des Parlamentarismus über den absolutistischen

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Machtanspruch der Monarchie, die sich zuvor auf ein Gottesgnadentum berufen hatte. 1649 wurde König Karl I. (1625 – 1649) enthauptet.

Die Entwicklung endete 1688 mit der „Glorious Revolution“, eine Entwicklung der Zweigleisigkeit einer geistlichen, glaubensmäßigen und einer politischen Linie. Anders die Reformation Martin Luthers. Die Bauern hatten, bevor die  Auseinandersetzungen 1525 in kriegerische Gewaltexzesse mündeten, in „Zwölf Artikeln“ politische Forderungen erhoben, deren Berechtigung Martin Luther nicht in Abrede stellte, er verwahrte sich aber dagegen, diese Forderungen mit der Verkündung des Evangeliums gleichzusetzen. Erst als die Bauern ihre Forderungen mit exzessiver kriegerischer Gewalt durchsetzen wollten, was auch auf eine unmenschliche Unterdrückung zurückzuführen war, stellte sich Martin Luther gegen sie in einer Weise, die bis heute umstritten ist.

Herausgehoben werden müssen die Baptistengemeinden und die charismatischen Christengemeinden, die der Kindertaufe, wie sie in den großen christlichen Konfessionen ausgeübt wird, mit Ablehnung gegenüberstehen. Die Taufe durch völliges Untertauchen, steht für das Begraben sein des vorherigen alten Lebens und durch Auftauchen den Wiederaufstieg in ein neues Leben, wie es im Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom in Kapitel 6, Verse 1 – 4 anschaulich gemacht wird: (1) Was folgt daraus? Sollen wir in der Sünde etwa verharren, damit die Gnade umso reichlicher werde? (2)  Keineswegs! Wie sollten wir, nachdem wir der Sünde abgestorben sind, noch in ihr leben? (3) Solltet ihr das wirklich nicht wissen, dass wir alle, die wir auf Jesus Christus getauft sind, auf Seinen Tod getauft sind? (4) Wir sind also durch die Taufe auf den Tod mit ihm begraben, damit auch wir in einem durchaus neuen Leben wandeln, wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt ward.[7] Die Kindertaufe darf damit aber nicht herabgemindert werden, ihr kann ebenso heilswirksame Bedeutung beigemessen werden, wenn sie von Eltern und Paten mit Ernst und Verantwortung vollzogen wird.

Was besondere Beachtung verdient, ist das Sakrament der Beichte in der katholischen Kirche, weil hier durch das Beichtgeheimnis ein Vertrauen geschaffen wird, das sonst nur schwer zu erreichen ist.

Die katholische Kirche macht die Heilswirksamkeit der gespendeten Sakramente von den dafür bestellten Amtsträgern abhängig. Diese Grundbedingung wurde durch die Reformation Martin Luthers aufgehoben, der das allgemeine Priestertum aller Gläubigen verkündete.

Die Umkehr von einem fehlgeleiteten Weg in der Abkehr von den Geboten Gottes, der durch Gnade und Barmherzigkeit in der Hinwendung zu diesen Geboten eine Erneuerung bewirken kann in einer ernst gemeinten Umkehr, die im inneren des Menschen und auch in einer nach außen bekannten Umkehr bestehen muss. Diese Botschaft und Möglichkeit der Umkehr durchzieht den hebräischen und christlichen Kanon der Heiligen Schrift.

In dem 1. Brief des Apostels Johannes im 1. Kapitel, in den Versen 5 – 10 heißt es dazu: (5) Und dies ist die Botschaft die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: „Gott ist Licht und keinerlei Finsternis ist in ihm (oder an ihm).“ (6) Wenn wir behaupten, Gemeinschaft mit ihm zu haben, und dabei doch in der Finsternis wandeln, so lügen wir und halten uns nicht an die Wahrheit. (7) Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut seines Sohnes Jesus macht uns von aller Sünde rein. (8) Wenn wir behaupten, keine Sünde zu haben, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns; (9) wenn wir (aber) unsere Sünden bekennen (= eingestehen), so ist er getreu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns von aller Ungerechtigkeit reinigt. (10)

                      

[7] Übersetzung Riessler/Storr (kath.)

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Wenn wir aber behaupten, nicht gesündigt zu haben, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.[8]

In diesen Worten zieht noch einmal das zentrale Anliegen der Botschaft, wie sie im hebräischen  christlichen Kanon der Heiligen Schrift ihren Ausdruck findet, an den Menschen vorüber. Alle anderen dogmatischen und organisatorischen Unterschiede sollten dahinter zurücktreten und nicht zum Streitgegenstand mit ausschließender Wirkung gemacht werden.

In Südamerika, besonders in Brasilien, haben charismatische Gemeinden großen Zulauf. Unter Papst Johannes Paul II. öffnete sich die katholische Kirche, die sich in der Geschichte durch zentralistische, straff geführte Hierarchie eine Einheit bewahrt hat, dieser Glaubensbewegung, eine Haltung, die auch unter Papst Benedikt XVI. fortgesetzt wurde. Die charismatischen Gemeinden, auch als Pfingstbewegung bezeichnet, verkünden, Gott sei unwandelbar und offenbare sich in der Gegenwart, wie es im hebräischen und christlichen Kanon zur Darstellung gelangt, das bezieht sich auch auf das Pfingsterlebnis, wie es in der Apostelgeschichte im 2. Kapitel geschildert wird, wo Menschen plötzlich in einer ihnen unbekannten Sprache reden.

Artikel 5: Der europäische Raum als christlicher Raum.

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